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Druse – allgemeine Informationen und Hygienemaßnahmen

Druse ist eine Infektion mit dem Bakterium Streptococcus equi.

Das Bakterium befällt im Wesentlichen die oberen Atemwege und führt zu hohem Fieber (40 – 41 Grad Celsius). Meist sind junge Pferde und Pferde mit wenig Kontakt zu andern Pferden betroffen.

Die erkrankten Pferde zeigen häufig Husten und eitrig-serösen Nasenausfluss. In der späteren Phase der Erkrankung kommt es zu einer Lymphknotenschwellung der Unterkieferlymphknoten. Diese Lymphknotenabszesse können aufbrechen.

Andere Pferde infizieren sich an erkrankten Pferden. Der Nasenausfluss und vor allem das eitrige Sekret aus den infizierten Lymphknoten sind hoch ansteckend. Die Inkubationszeit, die Zeit von der Aufnahme infektiösen Materials bis zum Zeitpunkt der ersten Symptome benötigt 3 -14 Tage. Erkrankte Pferde sind ca 3 Wochen nach Abklingen der Symptome noch potenzielle Überträger.

Druse ist weder melde- noch anzeigepflichtig. Eine entsprechende Isolation erkrankter Pferde und entsprechende Hygienemaßnahmen sollten eingehalten werden. Die Übertragung findet direkt von Pferd zu Pferd, aber auch indirekt über verschiedene Vektoren wie z.B. Sattel- und Putzzeug, Kleidung und Futtereimer statt. Das Bakterium wird im Boden relativ schnell neutralisiert. An Gegenständen kann es sich unter günstigen Umständen bis zu 4 Wochen stabil halten. Koppeln und Paddocks sollten nach Belegung mit infizierten Pferden ca. 4 Wochen nicht benutzt werden.
Das Bakterium ist sehr empfindlich gegen Penicillin. In der Frühphase der Infektion kann mit einer 7-10 Tage langen Antibiotikagabe die Infektion behandelt werden. Ist eine Abszessbildung eingetreten, hilft die Antibiose nicht mehr. Das Bakterium ist auch gegen Desinfektionsmittel hoch empfindlich. Eine Desinfektion von Gegenständen, Händen und Kleidung hilft sehr effektiv, die Verbreitung des Erregers zu stoppen.

Bei vielen Pferde, oft den älteren Pferden (> 4 Jahre) besteht eine natürliche Immunisierung. Diese ist der Grund dafür, das fast immer nur die jungen Pferde erkranken. Ein angebotener Impfstoff ist nur für die akute Infektionssituation sinnvollerweise anzuwenden und bietet keinen 100- igen Schutz gegen eine Infektion.

Druseerreger können bei einigen Pferden auch nach Abklingen der akuten Symptome über die übliche Infektionszeit hinaus noch im Körper vorhanden sein. Besonders die Luftsäcke und auch die Nasenschleimhäute sind häufig Aufenthaltsorte für ein bleibendes Erregerpotenzial. Festzustellen ist dies nur durch eine Probenentnahme aus den betroffenen Geweben. Spätschäden werden nur selten durch Abszesse in der Lunge, Gehirn und Magen-Darmtrakt verursacht. Sehr selten kommt es zu diesen Folgeschäden.

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