{"version":"1.0","provider_name":"Pferdegesundheit Online - Pferdeklinik Equitales GmbH","provider_url":"https:\/\/kaikreling.de","author_name":"Dr. Kai Kreling","author_url":"https:\/\/kaikreling.de\/author\/ar\/","title":"EMS \u2013 Equines metabolisches Syndrom","html":"<h4>Was ist ein EMS \u2013 Equines metabolisches Syndrom?<\/h4>\r\nDie Erkrankung EMS begr\u00fcndet auf einer verringerten Empfindlichkeit auf das stoffwechselregulierende Insulin. Insulin reguliert im Wesentlichen den Zuckerstoffwechsel. Bei einem EMS wird durch eine Insulinresistenz der Zuckerstoffwechsel eines Pferdes nicht mehr in normalen, gesunden Bereichen reguliert. Durch hohe Gaben an Zucker und St\u00e4rke, einem gro\u00dfen fest zusammenh\u00e4ngenden Zuckermolek\u00fcl in der t\u00e4glichen Futterration eines Pferdes, kommt es zu hoher Aussch\u00fcttung von Insulin. Die Insulin erkennenden Rezeptoren, die die Information f\u00fcr die Blutzuckereinstellung weiterleiten, werden unempfindlich und die Regulation wird nicht mehr entsprechend durchgef\u00fchrt. Folge ist ein oft extremer hoher Blutzuckerspiegel mit seinen Folgen z.B. einem gest\u00f6rten Fettstoffwechsel, erh\u00f6hte Hufreheempfindlichkeit und oft permanenter Mattigkeit. EMS ist damit eine echte Zivilisationserkrankung, die direkt mit einem \u00dcberangebot von Zuckern in der Ern\u00e4hrung unserer Pferde zusammenh\u00e4ngt. EMS kommt bei leichtfuttrigen Rassen h\u00e4ufiger vor. Es werden schon Pferde ab 6 Jahren mit EMS diagnostiyiert.\r\n<h4>Wie erkenne ich bei meinem Pferd Anzeichen f\u00fcr EMS?<\/h4>\r\nBetroffene Pferde\r\n<ul>\r\n\t<li>sind oft \u00e4u\u00dferst fett<\/li>\r\n\t<li>haben auff\u00e4llige Anh\u00e4ufungen von Fett \u00fcber den Augen der Tiere, im M\u00e4hnenkamm, am Rumpf, rund um den Schweifansatz und in unmittelbarer N\u00e4he des Schlauches beim m\u00e4nnlichen Pferd und des Euters bei Stuten<\/li>\r\n\t<li>zeigen immer wiederkehrende Hufrehesch\u00fcbe<\/li>\r\n\t<li>sind matt \u2013 nicht aufmerksam - lethargisch<\/li>\r\n\t<li>haben extremen Hunger<\/li>\r\n\t<li>zeigen viel Durst und h\u00e4ufiges Harnlassen<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<h4>Wie wird diagnostiziert?<\/h4>\r\nEin deutlich erh\u00f6her Blutzuckerspiegel bei einer Routineblutuntersuchung kann ein Hinweis sein, reicht aber auf keinen Fall f\u00fcr eine sichere Diagnostik.\r\n\r\nDie Menge an Insulin zu messen macht keinen Sinn. Es ist nicht die Insulinkonzentration, die krankhaft ist, sondern der Effekt an den Ankopplungsstellen. In einem Regelkreislauf f\u00fchrt eine hohe Zuckerkonzentration im Blut zu einer Aussch\u00fcttung von Insulin ins Blut und in der Folge wird der Blutzuckerspiegel gesenkt. Diesen Mechanismus kann man testen, indem man nach einer 12-st\u00fcndigen Fastenperiode Zucker (Glucose) in das Blutsystem zugibt und nach ca. 2 Stunden die Zuckerkonzentration im Blut misst. Ist der, durch die Zugabe von Glucose erh\u00f6hte Blutzuckerspiegel wieder gesunken, hat das System funktioniert. Bleibt der Blutzuckerspiegel hoch, funktioniert der Regulationsweg nicht \u2013 EMS Erkrankung ist die logische Konsequenz. In Verbindung mit einem hohen Zuckerausgangswert im Blut des Pferdes ist die Diagnose EMS zu stellen.\r\n\r\nDa EMS sich von Symptomen eines Pferdes mit <a href=\"https:\/\/kaikreling.de\/ecs\/\" target=\"_blank\"><strong>Equines Cushing Syndrom<\/strong><\/a> schwer unterscheiden l\u00e4sst, kann zur sicheren Differenzierung der ACTH-Wert im Blut als Ausschlussdiagnostik erg\u00e4nzt werden.\r\n<h4>Wie gehe ich\u00a0 mit meinem EMS erkrankten Pferd um?<\/h4>\r\nDi\u00e4t hilft am besten \u2013 Di\u00e4t aber bitte nur sinnvoll!\r\n\r\nAls Di\u00e4tma\u00dfnahme werden Heu (vorzugsweise gewaschenes Heu) oder Heu und aufgeweichte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Melasse\" target=\"_blank\">unmelassierte<\/a> R\u00fcbenschnitzel verf\u00fcttert. Das Alter oder Aussehen des Heus hat keinen Einfluss auf den Zucker- und Kaloriengehalt. Das Pferd ben\u00f6tigt mindestens 1,5\u00a0% des K\u00f6rpergewichtes an Rauhfutter als Minimum. Wenn das Pferd zu dick ist, bemisst sich die Menge nach dem Zielk\u00f6rpergewicht. Getreide oder Pellets, frisches Gras, Karotten oder \u00c4pfel (da sie Zucker enthalten) sollten vermieden werden. Mineralfutter- und Vitaminerg\u00e4nzungen sollten nach M\u00f6glichkeit in Verbindung mit einer Futtermittel-\/Heuanalyse und nach den angegebenen Tagesrationsempfehlungen der Hersteller gegeben werden. \u00dcberh\u00f6hte Gaben k\u00f6nnen den Organismus in dieser Stoffwechselsituation belasten.\r\n<h4>Ein Medikament zur Behandlung von EMS gibt es nicht.<\/h4>\r\nAm 21. April findet ein Webinar zu diesem Thema statt:\r\n\r\nhttps:\/\/youtu.be\/iC65LnbjDko","type":"rich","thumbnail_url":"https:\/\/kaikreling.de\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Futter-150x150.jpg","thumbnail_width":150,"thumbnail_height":150}