{"version":"1.0","provider_name":"Pferdegesundheit Online - Pferdeklinik Equitales GmbH","provider_url":"https:\/\/kaikreling.de","author_name":"Dr. Kai Kreling","author_url":"https:\/\/kaikreling.de\/author\/ar\/","title":"Fesseltr\u00e4ger des Pferdes","html":"<h2>Der Fesseltr\u00e4ger des Pferdes \u2013 eine belastete Struktur!<\/h2>\r\nDas Bein des Pferdes ist <span style=\"color: #008080;\"><strong>anatomisch relativ einfach gebaut<\/strong><\/span>. Beim Pferd ist der Fu\u00df \/ die Hand von 5 Zehen \/ Fingern auf 1 Zehe reduziert. Diese Zehe wird auch nicht komplett belastet, sondern das Pferd fu\u00dft ausschlie\u00dflich auf der Zehenspitze eines Zehs. Diese anspruchsvolle Statik hat ihre <strong><span style=\"color: #008080;\">Schwachstellen<\/span><\/strong>.\r\n\r\nW\u00e4re das Bein und die Zehe in ihrem Verlauf ganz gerade, w\u00fcrden durch die Stauchungen bei der Lastaufnahme die Gelenkfl\u00e4chen, bzw. die Knorpel\u00fcberz\u00fcge in den Gelenken extrem schnell verschlei\u00dfen. Um eine Sto\u00dfd\u00e4mpfung zu bekommen, ist das Pferdebein im Bereich der Fessel nach vorne abgewinkelt. Diese Winkelung f\u00fchrt dazu, dass bei Lastaufnahme das Fesselgelenk nach unten federt. Dieser Mechanismus funktioniert nur, weil die Fessel \u00fcber den Fesseltr\u00e4ger besonders stabilisiert wird.\r\n\r\nDer <span style=\"color: #008080;\"><strong>Fesseltr\u00e4ger<\/strong> <\/span>ist ein sehr stabiles und ca. daumendickes Band, dass am Vorderbein unterhalb des Vorderfu\u00dfwurzel- bzw. am Hinterbein unterhalb des Sprunggelenkes befestigt ist. In seinem Verlauf nach unten hinter dem R\u00f6hrbein verw\u00e4chst es nach einer Aufzweigung in zwei Schenkel mit den Gleichbeinen. Die <span style=\"color: #008080;\"><strong>Gleichbeine<\/strong> <\/span>sind weiter nach unten am Fesselbein mit kurzen B\u00e4ndern verstrebt. W\u00fcrde es den Fesseltr\u00e4ger nicht geben, w\u00fcrde das Fesselgelenk bei Belastung nach unten auf den Boden durchfedern. Es ist sehr einfach vorstellbar, dass der <span style=\"color: #008080;\"><strong>Fesseltr\u00e4ger<\/strong> <\/span>vor allem <span style=\"color: #008080;\"><strong>in schwunghaften Gangarten und besonders beim Springen extrem belastet<\/strong><\/span> wird. Das Band selbst hat eine gewisse Elastizit\u00e4t.\r\n\r\nAn seiner <span style=\"color: #008080;\"><strong>Anheftungsstelle am Knochen<\/strong><\/span> unterhalb des Vorderfu\u00dfwurzel- bzw. Sprunggelenkes entsteht am \u00dcbergang von elastischen Bandgewebe zu hartem Knochen<span style=\"color: #008080;\"><strong> eine extreme Spannungssituation<\/strong><\/span>. Hier kommt es zu <span style=\"color: #008080;\"><strong>Zerrei\u00dfungen der Bandfasern<\/strong><\/span> und auch zu <strong><span style=\"color: #008080;\">kleinen Ausrissen aus dem Knochen<\/span><\/strong>. Diese sogenannte <span style=\"color: #008080;\"><strong>Fesseltr\u00e4gerursprungserkrankung<\/strong> <\/span>kommt bei Springpferden am Vorderbein und bei Dressurpferden h\u00e4ufig an den Hinterbeinen vor.\r\n\r\nEine <span style=\"color: #008080;\"><strong>genaue Diagnostik, gezielte Therapie und eine sehr lange Rekonvaleszenz<\/strong> <\/span>m\u00fcssen durchgef\u00fchrt werden, um die Pferde auch dauerhaft wieder in den Sport zu bekommen. Der <span style=\"color: #008080;\"><strong>Hufschmied<\/strong> <\/span>kann diese Phase durch entsprechenden \u201e<strong><span style=\"color: #008080;\">Fesseltr\u00e4gereisen<\/span><\/strong>\u201c unterst\u00fctzen. Genau definiertes Aufbautraining, wie zum Beispiel im <strong><span style=\"color: #008080;\">Aquatrainer<\/span><\/strong>, hilft die Pferde m\u00f6glichst fr\u00fch wieder in Arbeit zu bekommen. <span style=\"color: #008080;\"><strong>Nach dem Motto \u2013 \u201eUnter Last regenerieren\u201c \u2013 wird heute in der Sportmedizin bei Mensch und Pferd versucht, m\u00f6glichst des Sehnen- \/ Bandgewebes \u00e4hnliches Ersatzgewebe zu bekommen.<\/strong> <\/span>\r\n\r\nJe schneller ein Band regeneriert, desto weniger bilden sich narbige und damit unelastische Faserstrukturen. Langfristig ist eine hohe Elastizit\u00e4t eine sehr wichtige Voraussetzung f\u00fcr eine stabile Belastbarkeit des Pferdes. <span style=\"color: #008080;\"><strong>Die Beurteilung wie viel und wie schnell ein Pferd antrainiert werden kann, wird durch die Ultraschalluntersuchung vom Pferdetierarzt festgestellt.<\/strong> <strong>Regelm\u00e4\u00dfiges \u00dcberpr\u00fcfen des Heilungserfolges<\/strong><\/span> geh\u00f6rt zu einer professionellen Rehama\u00dfnahme beim Pferd.\u00a0 <strong><span style=\"color: #008080;\">Narbenbildung<\/span> <\/strong>l\u00e4sst sich nicht verhindern. In vielen F\u00e4llen kann in dieser Phase der Heilung mit <span style=\"color: #008080;\"><strong>Sto\u00dfwelle<\/strong> <\/span>die optimale Abheilung des Fesseltr\u00e4gers sehr effektiv unterst\u00fctzt werden.\r\n\r\n<span style=\"color: #008080;\"><strong>Die Behandlung eines Fesseltr\u00e4gerschadens ist ein Paradebeispiel daf\u00fcr, dass hier h\u00f6chste Effekte nur durch die professionelle Zusammenarbeit von Reiter, Schmied, Therapeut und dem Tierarzt erreicht werden.<\/strong> <\/span>","type":"rich"}